Emotionale Altlasten erschweren die Diskussion

Am Mittwoch wurde die Spitaldiskussion richtig lanciert. Ein Bürgergespräch sowie der VU-Parteivorstand befassten sich damit. Und die Gemeinde Vaduz machte ein Angebot.

Die Erneuerung der baulichen Infrastruktur des Landesspitals wird mit Sicherheit eines der Topthemen 2019. Der Höhepunkt wird eine Volksabstimmung in der zweiten Jahreshälfte sein. Gestern wurde die Diskussion so richtig lanciert. In Nendeln befasste sich der VU-Parteivorstand mit der Thematik und liess sich von Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini und Landesspital-Stiftungsrat Michael Ritter informieren.

In Triesen fand ein Bürgergespräch, welches von den Demokraten pro Liechtenstein (DpL) organisiert wurde, statt. Dort wurde klar, dass die Spitaldiskussion von einer Vielzahl von negativen Emotionen aus den vergangenen Jahren begleitet wird und im Gesundheitswesen sehr viel Geschirr zerschlagen wurde. An der Podiumsdiskussion kam klar zum Ausdruck, dass alle ein neues Landesspital befürworten. Aber es waren sich auch alle Teilnehmer einig, dass es ein Neubau alleine nicht richten wird. Zunächst müssten die Altlasten auf der emotionalen Seite bereinigt werden. Die Gräben zwischen Ärzten und Politik waren spürbar. Und das Landesspital sieht sich als «Spielball» mittendrin.

Nicht überraschend kam an der Podiumsdiskussion erneut die Forderung auf, dass es eine personelle Veränderung im Stiftungsrat des Landesspitals brauche, um einen Neuanfang zu ermöglichen. Und der Arzt Marco Ospelt erklärte, dass es zwingend nötig sei, dass das Ärztebashing und die gegenseitigen Schuldzuweisungen aufhören müssten. Spitaldirektorin Sandra Copeland wünschte sich deshalb: «Gestalten wir die Zukunft – gemeinsam. Bauen wir Brücken zueinander. Und entwickeln wir mehr Selbstvertrauen in die eigenen Stärken und Fähigkeiten.»

Gemeinde Vaduz legt Trümpfe auf den Tisch
Seit gestern ist auch klar, wo die «grüne Wiese» in Vaduz liegt, wo nach den Wünschen der Regierung idealerweise das neue Landesspital entstehen könnte. Der Gemeinderat der Residenz hat der Regierung am Dienstag einstimmig ein Grundstück von 12 500 Quadratmeter an der Zollstrasse zum Tausch mit einem Grundstück des Landes angeboten. Für Bürgermeister Ewald Ospelt eine «attraktive Lage» welche «prädestiniert für ein neues Landesspital» in Vaduz ist. Doch auch das «Wille-Areal» wäre für den Gemeinderat ein begrüssenswerte Option.

Egal welche Variante im Hauptort umgesetzt wird: Die Gemeinde Vaduz will aus dem Spitalbaufonds noch einen gewichtigen Investitionskostenanteil leisten. Sie stellt aus dem Fonds sieben Millionen Franken für ein neues Spital in Vaduz in Aussicht. (sap)


Source: Vaterland Liechtenstein

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