Gleitschirmunfall in Schaan

Am Sonntagmittag kam es in Schaan zu einem Unfall mit einem Gleitschirm. Der Pilot blieb unverletzt.

Mann startete seinen Flug kurz vor 11.30 Uhr auf «Gaflei». Die Landespolizei schreibt in einer Mitteilung, dass sich durch den zunehmenden Wind der Schirm verdrehte woraufhin sich der Mann in einem Baum verfing,

Der Pilot blieb dabei unverletzt, musste jedoch durch die Feuerwehr Schaan geborgen werden. (lpfl)


Source: Vaterland Liechtenstein

Marxer und Fretz gewinnen das Mixed-Doppel

Die Tennisspieler haben am Montag in Abu Dhabi den Medaillensatz für Liechtenstein komplettiert. Ausserdem holte Matthias Mislik über 25km Rad Bronze. Die Schwimmer hatten frei.

Besonders gross war die Freude bei Cassandra Marxer und Fabian Fretz, nachdem sie das Mixed-Doppel-Finale gegen Ungarn gewinnen konnten. Beide sind zum ersten Mal bei Weltspielen dabei und können die erste Goldmedaille mit nach Hause bringen. Ein besonderes Gefühl für die Athleten, aber auch für die Familien, die in der Zayed Sports City gemeinsam mitgefiebert und die Liechtensteiner Tennis-Cracks angefeuert haben haben.

Im Tennis steht vor den grossen Finals am Mittwoch (Einzel Andreas Aprile um Platz 3 und 4, sowie Cassandra Marxer im Finale) heute noch die Revanche in der Unified-Kategorie an. Hier verloren Andreas Aprile und Mariella Kranz im Tiebreak gegen Pakistan. Gewinnen sie das Rückspiel, können sie ein Spiel um Gold forcieren.

Mislik über 25km stark in Fahrt

Eine besonders erlösende Erfahrung machte der Radfahrer Matthias Mislik. Tags zuvor war er aufgrund der verfehlten Medaille sehr niedergeschlagen. Eine Behandlung durch Physio Martha Seibel ergab, dass sich seine Angespanntheit massiv auf seine Leistungsfähigkeit auswirkte. Mit gezielten Übungen brachten sie Matthias Misliks Lunge wieder zu besserer Leistungsfähigkeit. Das zahlte sich im 25km-Rennen gestern aus: Dritter Platz. Lange war Mislik an zweiter Stelle platziert, der Silbermedaillengewinner aus Malta fuhr aber taktisch clever und hätte sogar Gold gewinnen können, wäre das Rennen noch ein wenig länger gegangen.

Die Erleichterung ob der gewonnenen Bronzemedaille war allen im Rad-Team sowie den mitgereisten Eltern von Matthias Mislik anzumerken. «Matthias hat das super gemacht und sich nicht beirren lassen», erklärte Headcoach Alexandra Hasler nach dem Rennen. Mit der Medaille in der Tasche können beide Radfahrer nun befreit in die Rennen gehen. Morgen stehen bei den Radfahrern noch die 5km-Rennen beider SOLie-Athleten sowie das 10km-Zeitfahren von Marie Lohmann auf dem Programm. Erklärtes Ziel der beiden ist es, den Medaillensatz der Radfahrer nach der Silbermedaille Lohmanns und der Bronzemedaille Misliks zu komplettieren. (pd)


Source: Vaterland Liechtenstein

Liechtenstein erfüllt Steuerstandards

Liechtenstein erfüllt die internationalen Standards der OECD zum Informationsaustausch in Steuersachen. Im Bericht des Global Forum über Transparenz und Informationsaustausch für Steuerzwecke (Global Forum) wird festgestellt, dass Rechtsrahmen und Praxis in Liechtenstein mit den internationalen Vorgaben zur Steueramtshilfe in hohem Mass übereinstimmen.

Liechtenstein erhält in seinem Länderbericht dafür erneut ein Gesamt-Rating von «Largely Compliant». Der Bericht wurde heute in Paris veröffentlicht.

Das Global Forum prüft die Einhaltung der von der OECD entwickelten Amtshilfe-Standards mittels Länderprüfungen, so genannten Peer Reviews. Die zweite Evaluierungsrunde des Global Forums, das aktuell 154 Mitglieder hat, wurde 2016 begonnen. Liechtensteins Prüfverfahren begann im Januar 2018 und wird mit der Veröffentlichung des Berichts abgeschlossen.

Im Bericht werden die von Liechtenstein getroffenen gesetzlichen und praktischen Massnahmen durch Prüfung von zehn Einzelkriterien gewürdigt. Es wird festgestellt, dass in Liechtenstein die nötigen Informationen über wirtschaftlich berechtigte Personen an Gesellschaften und anderen Rechtseinheiten sowie Buchführungsunterlagen und Bankinformationen gemäss den internationalen Vorgaben vorhanden sind. Die zuständigen Behörden können im Fall einer Anfrage aus dem Ausland auf die verlangten Informationen zugreifen. Auch der Austausch mit den Vertragspartnern Liechtensteins wird positiv beurteilt. Liechtenstein hat sich bei der Bewertung mehrerer Einzelkriterien markant verbessert und vor allem die bisher vorhandenen beiden ungenügenden Bewertungen korrigiert.

Das Global Forum hat in einzelnen Bereichen aber auch gewisse Defizite identifiziert, die eine wirksame Amtshilfe beeinträchtigen könnten und dazu Empfehlungen ausgesprochen. Das Global Forum empfiehlt, dass die Aufsicht über Gesellschaften und Trusts, welche den Steuerstatus einer Privatvermögensstrukturen (PVS) erhalten haben gestärkt wird, damit sämtliche Buchführungsunterlagen jederzeit vorhanden sind. Darüber hinaus identifiziert das Global Forum in der gesetzlichen Ausgestaltung des Amtshilfeverfahrens Punkte, bei denen nicht ausgeschlossen werden könne, dass diese den effektiven Informationsaustausch beeinträchtigen. Dies betrifft insbesondere die Informationspflichten der liechtensteinischen Finanzintermediäre bei einem Amtshilfeverfahren.

«Die Beurteilung des Global Forums ist ein grosser Erfolg für Liechtenstein und seine Finanzplatzstrategie. Sie ist von übergeordneter Bedeutung für den Wirtschaftsstandort», hielt der Regierungschef weiter fest. «Die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit der liechtensteinischen Politik und ihrer Umsetzung in Recht und Praxis wird damit weiter untermauert.» Die Regierung wird die ausgesprochenen Empfehlungen prüfen und Massnahmen zu ihrer Umsetzung treffen. (ikr/red)


Source: Vaterland Liechtenstein

Viele Verstösse gegen GAV's in Liechtenstein

Die ZPK Save, welche die Gesamtarbeitsverträge in Liechtenstein überprüft hat im vergangene Jahr im vergangenen Jahr eine Erhöhung der Verstösse registriert. Total wurden im vergangenen Jahr 72’500 Franken an Koventionalstrafen und 12’500 Franken Kontrollkosten verrechnet. Diese Zahlen haben gegenüber dem Vorjahr zugenommen.

Die noch andauernden Kontrollen aus dem Jahr 2018 brachten bis heute hervor, dass ein Viertel der Inlandsbetriebe trotz GAV-Pflicht gar keine schriftlichen Arbeitsverträge besassen und wenn diese vorhanden waren, dann waren diese nur zu 18 Prozent GAV konform. Dies schreibt der ZPK Save in einer Mitteilung. Bei 12 Prozent wurden Mindestlohnunterschreitungen festgestellt.

Im Jahr 2017 wurden mehr als 260’000 Franken (100 Prozent abgeschlossen) und im Jahr 2018 (42 Prozent abgeschlossen) mehr als 89’000 Franken an Nachzahlungen auf Grund von Kontrollen der ZPK geleistet! Über 50 Prozent der Betriebe leisteten Überstunden. Dies seien Statistikzahlen, die zum Nachdenken anregen sollten, hält der ZPK Save fest. Die Geschäftsstelle empfiehlt sich selber auf GAV-Konformität zu prüfen und nicht Kontrollen abzuwarten.

Insgesamt wurden 260 Betriebe mit über 1’300 MitarbeiterInnen kontrolliert. Das sind über 34 Prozent
mehr kontrollierte Betriebe als im Jahr zuvor. Seit der Einführung des neuen Elektronischen Meldesystems (EMS) des Landes per 1. Janaur 2017 hat ZPK die Vollzugskostenbeiträge fast verdoppelt. Für das Jahr 2019 wird nicht mit Mehreinnahmen gerechnet. (pd/red)


Source: Vaterland Liechtenstein

Liechtensteins Jägerschaft sucht neue Wege

Am Wochenende fand in Schaan die traditionelle Hegeschau statt. Ein Anlass, bei dem die Liechtensteiner Jägerschaft auf das vergangene Jahr zurückblickt. Fazit: der geeignete Lebensraum für Wildtiere fehlt immer mehr. So ist zum Beispiel der Bestand an Wildhasen stark zurückgegangen.

«Reduktion des Wildbestandes ist vorrangig, genügt aber nicht. Verbesserungen und Beruhigung der Wildlebensräume ist gleich wichtig und steht noch aus», ist das Fazit von Michael Fasel über das vergangene Jahr. Weiter räumt der Präsident der Liechtensteiner Jägerschaft ein: «Auch ein reduzierter Wildbestand macht ebenso grossen Schaden wie ein grosser Wildbestand, wenn ein geeigneter Lebensraum nicht gegeben ist.» Dass dies ein grossflächiges Problem sei, wussten auch Jäger aus den Nachbarregionen.

An der Hegeschau am vergangenen Freitag im SAL wurde deutlich, mit welchen Konflikten die Tiere in einer modernen Gesellschaft konfrontiert sind. In erster Linie ist es der Mensch, der den Tieren zu schaffen macht. Denn nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Freizeitgestaltung dringt immer mehr in den schützenden Raum der wild lebenden Tiere ein.

Feldhasen verschwinden in Liechtenstein

Mit eindrücklichen Bildern von Wildtieren und der Natur konnte auch der pensionierte kantonale Wildhüter, Peter Eggenberger, auf das Problem aufmerksam machen. Noch in seiner Kindheit hätte er viele Wildhasen auf dem freien Feld beobachten können, erinnert sich Eggenberger. Einen solchen zu sehen, wäre heutzutage eher Zufall. Dass der Bestand an Wildhasen stark zurückgegangen ist, zeigt der Vergleich der Abschusszahlen zwischen 1967 und 2017. Während im Jagdgebiet von Eggenberger 1967 noch 265 Feldhasen erlegt worden waren, sind es 50 Jahre später 18. Auch in Liechtenstein wären Feldhasen im Herbst jagdbar. Die Jäger verzichten aber weitgehend darauf, da es ohnehin schon wenige solcher Tiere gibt.

Trotz Luchs wachsender Wildbestand

Anders sieht es beim Reh- und Rotwild aus. Eine linear steigende Abschusszahl sowie die Entwicklung des Verbisses an Bäumen deutet auf eine Zunahme des Wildbestandes hin. Und dies, obwohl sich seit einiger Zeit auch der Luchs wieder heimisch fühlt. Jährlich etwa 50 Tiere (vor allem Rehe und Gämse) erlegt er, um satt zu werden. Doch nicht der grosse Wildbestand allein richtet Schäden an. Das Problem liegt eher an der ungenügender Anzahl schützender Aufenthaltsorte der Tiere.

Von der Jägerschaft wird deshalb empfohlen, in offenen Riedgebieten und in der landwirtschaftlich genutzten Talebene genügend dichte Einstandsflächen für wild lebende Tiere zu bieten. Auch Schutzwälder zu schaffen, die geschlossenen Nadelwaldflächen aufzulichten und neue Mischwälder mit reicher Bodenvegetation sieht die Liechtensteiner Jägerschaft als Massnahme.

Bereits die Jugend über die Jagd und das Wild aufklären

Noch viele Fragen bleiben für die Zukunft der Wildtiere in der Region offen. Es müssen neue Wege gefunden werden, dass Mensch und Tier miteinander in Einklang leben können. Für die Jägerschaft Liechtensteins und das Amt für Umwelt eine Herausforderung. Deshalb ist es ihnen wichtig, auch die junge Bevölkerung mit einzubinden und in ihnen das Interesse an der Natur zu wecken.

Neben der Ausstellung der Trophäen, welche am Samstag öffentlich besichtigt werden konnte, wurden auch Schulklassen von der Jägerschaft am Freitag durch die Hegeschau geführt. Immer wieder könne gesehen und festgestellt werden, so die ­Jäger, dass diese ein Interesse daran zeigen würden, was Jäger tun und was deren Aufgabe ist. «Es lohnt sich, junge Menschen über die Jagd und das Wild zu informieren.» (no)


Source: Vaterland Liechtenstein

Das gnadenlose Ticken der Uhr

Unbarmherzig und zwischendurch mit einem schmerzhaft lauten Ticken rückt der Zeiger der projizierten Uhr vor. Eineinhalb Stunden bleiben dem Leiter des Verhörs, gespielt von Thomas Beck, um den erbitterten Widerstand der vorgeladenen Frau, dargestellt von Boglàrka Horvàth, zu brechen und herauszufinden, wo sie – angeblich – die Bombe versteckt hat, die genau am «Heilig Abend» um Mitternacht explodieren sollte. Anstatt zu Hause mit seinen Lieben unter dem Weihnachtsbaum zu sitzen und das sogenannte Fest der Liebe zu feiern, so es denn irgendwelche Lieben gibt, die zu Hause warten, sitzen die zwei Protagonisten des Stücks in einem nüchternen, anonymen Raum und dringen aufeinander ein. Der eine aktiv, indem er die Dame zu einer Aussage zwingen will, die andere passiv, indem sie durch ihre kühle Souveränität ungewollt stark auf den Mann wirkt. Zur Debatte steht die Gefahr eines terroristischen Anschlags, damit einhergehend der nachrichtendienstlich durchleuchtete, gläserne Mensch und darunterliegend die Frage nach der strukturellen Gewalt im Rechtssystem.

Die Bühne ist karg eingerichtet: Teppich, Tisch und Stühle wirken modern, die darauf befindlichen Requisiten, Telefon, Kaffeekanne, die kleinen Stapel mit gedruckten Unterlagen, in welchen der Verhörende immer wieder blättert, und auch die projizierte Uhr verströmen den Charme des analogen Zeitalters. Als einzige raumgliedernde Elemente stehen ein paar Plexiglaswände herum, die auch als Schreibtafeln Verwendung finden. Die Schrift wird je nach vorderer oder hinterer Beschriftung zur Spiegelschrift.

Die Einzelne im grossen Gesellschaftssystem
Ist der nachrichtendienstlich durchleuchtete Mensch, transparent wie die Plexiglasscheiben auf der Bühne, ein Opfer der strukturellen Gewalt? Also einer Gewalt, die systemimmanent den Menschen einem ungleichen Machtverhältnis aussetzt?

Der Verhörleiter weiss viel von der Frau, sehr viel, übergriffig viel. Und er spielt diesen Informationsvorsprung nach allen Regeln der Kunst aus. Schliesslich hat er als «Polizist» die Aufgabe, das System zu schützen. Ihm fehlt eigentlich nur noch diese eine, letzte, allerdings sehr essenzielle Information, ob es die Bombe tatsächlich gibt und wo sie denn nun versteckt sei. Er rechtfertigt seinen Kenntnisstand mit der drohenden Gefahr, die von der zweifelhaften Philosophieprofessorin ausgehe. Dass die Professorin erst durch die Interpretation des ausspionierten Datenmaterials zu einer zweifelhaften Person geworden ist, bleibt erst mal aussen vor. So ganz sicher über das Gefahrenpotenzial seiner «Klientin» ist sich der Verhörende allerdings dann doch nicht. Zumal diese eine nüchtern argumentierende Person ohne emotionale Abschweifungen bleibt, unnachgiebig beharrend auf der Tatsache, dass sie nichts getan habe, wozu sie nicht auch das Recht habe. Dass der Verhörer sie auch mit intimen Informationen konfrontiert, trägt sie mit streng disziplinierter Fassung.

Und unter dem System der einzelne Mensch
Geht es vordergründig um die Auseinandersetzung über die Werte und Bedingungen ei­nes Gesellsschaftssystems, so schwingt unterschwellig ständig auch eine andere Ebene mit, denn es begegnen sich nicht nur zwei politische Akteure, sondern ganz lapidar zwei Menschen, zwei fühlende Wesen, in all ihrer Verletzlichkeit, die letztlich einfach wahrgenommen, ernst genommen und geliebt werden wollen. Die schauspielerische Leistung von Boglàrka Horvàth und Thomas Beck ist grossartig.

Vielleicht hätte Tim Kramer die beiden Figuren noch etwas ambivalenter gestalten können, indem er die stoisch souveräne Professorin hin und wieder etwas weicher hätte erscheinen lassen und den unterschwellig verzweifelten Verhörer zuweilen etwas souveräner hätte auftreten lassen können. Es geht um Nuancen, die natürlich sehr subjektiv wahrgenommen werden.

Insgesamt ist die Inszenierung und Darbietung dieser neuen TAK-Eigenproduktion sehr gelungen und wurde entsprechend begeistert vom Publikum aufgenommen. Ob es die Bombe nun gibt oder ob sie nur die Projektion eines paranoiden Gehirns des Nachrichtendienstes ist, soll hier offengelassen werden. Es lohnt sich, der Sache im TAK selber auf den Grund zu gehen. (aoe)


Source: Vaterland Liechtenstein

Schaan: In Haus eingebrochen

In Schaan kam es am Freitag zu einem Einbruchdiebstahl. Eine unbekannte Täterschaft hebelte am Freitagvormittag eine Türe eines Einfamilienhauses auf und durchsuchte die Räumlichkeiten.

Nach ersten Erkenntnissen wurden Schmuck sowie weitere Objekte entwendet, es entstand ein Sach- sowie Vermögensschaden in noch unbekannter Höhe. (lpfl)


Source: Vaterland Liechtenstein

Sprayereien in Balzers – Zeugenaufruf

In Balzers kam es am Wochenende zu einer Sachbeschädigung. Eine unbekannte Täterschaft besprayte im Zeitraum von Samstagabend, 16.03.19 bis Sonntagmorgen, 17.03.2019 diverse Fassaden, ein Wartehäuschen der Bushaltestelle «alter Pfarrhof» sowie ein Fahrzeug mit pinker Farbe. Es entstand Sachschaden in noch unbekannter Höhe.

Personen, welche Angaben zur Täterschaft machen können, werden gebeten, sich bei der Landespolizei unter +423/ 236 71 11 oder info@landespolizei.li zu melden. (lpfl)


Source: Vaterland Liechtenstein

Erstes Training unter Kolvidsson

Die Liechtensteiner Nationalmannschaft startet am Samstag gegen Griechenland in die Qualifikation für die Europameisterschaften 2020. Heute trainierte die Nationalmannschaft zum ersten Mal unter dem neuen Nationaltrainier Helgi Kolvidsson.

Beim ersten Training heute morgen fehlten noch zwei Spieler. Jens Hofer, der kürzlich beim FC Vaduz einen Profivertrag unterschrieben hatte, wird erst heute Abend zum Nationalteam stossen, da er momentan noch im Schweizer Militär ist. Die zweite Absenz beim heutigen Training ist Philipp Erne, der sich am Samstag bei der eine Zerrung im Oberschenkel zuzog. «Es passierte im Spiel gegen Chur nach rund 20 Minuten. Ich wollte einen weiten Ball erreichen, machte einen langen Schritt und da spürte ich einen Stich im hinteren Oberschenkel. Daher muss ich schweren Herzens für beide Spiele passen», erklärt Erne gegenüber dem «Vaterland». Ob Helgi Kolvidsson einen Spieler für Erne nachnominiert, ist bisher noch nicht klar.

Vor dem ersten Training war die Vorfreude beim neuen Nationaltrainer Helgi Kolvidsson gross: «Ich bin froh, dass es endlich los geht. In den letzten Wochen gab es viel zu planen und organisieren. Nun sind alle Spieler zusammen gekommen und nun können wir endlich auf den Platz gehen und trainieren», so der Isländer. (rb)


Source: Vaterland Liechtenstein

Ernst Hasler geht in Pension

Nach 34 Jahren im Sportjournalismus verabschiedet sich Ernst Hasler in die verdiente Pension. Sein Name ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Posiert er mit bekannten Sportlern, wird nicht selten gefragt: Wer ist der Typ neben Ernst Hasler?

Tausende von Geschichten und Erlebnissen, Hunderte von unvergesslichen Sprüchen und ein Meer voll Menschen, die noch eine Anekdote zu erzählen hätten … Wo soll man bloss anfangen, wenn der Auftrag lautet: Schreib ein Porträt von Ernst Hasler? Alleine die Recherche über diesen unglaublichen Mann gleicht einem Eintauchen in die unendlichen Welten des Kosmos. Um dann festzustellen, dass der Vergleich mit dem Weltall gar nicht so weit hergeholt ist. Denn auch bei Ernst Hasler scheint es weder räumliche noch zeitliche Grenzen zu geben. Und auch hier wie dort gab es einen «Urknall», bevor das Faszinosum entstehen konnte. Beim Weltall war es vor rund 14 Millionen Jahren. Bei Ernst Hasler am 18. März 1955.

Warum Maradona nicht der beste Fussballer ist

Der «Chuck Norris des Medienhauses» – wie er auch gerne genannt wird – wurde als einer von fünf Söhnen in eine einfache Familie in Eschen geboren. Einer seiner Brüder verstarb leider bereits kurz nach der Geburt, auch seine Eltern Josef und Irma leben beide nicht mehr. Besonders engen Kontakt pflegt er zu seinem Zwillingsbruder Walter. Achtung: Verwechslungsgefahr. Wer sich nicht sicher ist, auf welchen der beiden er im Stadion zufällig trifft, ruft einfach nach «Schenkel» – unter diesem Namen sind sie nämlich beide bei den Fussballern bekannt. Ernst mag diese Bezeichnung zwar nicht, musste sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte aber damit abfinden, dass er und sein Bruder unter diesem Namen nicht nur im Land, sondern auch im angrenzenden Ausland auf allen Plätzen bekannt sind. Der Fussballplatz ist nicht seine zweite, sondern seine erste Heimat. Seit den 70er-Jahren verpasst er weder eine EM noch eine WM. Er war im Stadion in Mexiko, als die La-Ola-Welle erfunden wurde. Er war beim Tor des Jahrhunderts von Maradona – und er sah nicht nur die dribbelnden Füsse des argentinischen Fussballgottes, sondern auch die «Hand Gottes». Wegen dieser Unsportlichkeit, so sagt Ernst immer, kann Maradona nicht der beste Fussballer aller Zeiten sein.

Aktuell genug kann es nie sein

Ernst Hasler ist ein rasender Reporter. Wie ein Duracell-Männchen – mit dem Unterschied, dass selbst bei letzterem ab und zu die Batterien ausgewechselt werden müssen. Seine Energie scheint unerschöpflich, seine Leidenschaft unermesslich. Er ist Sportfanatiker durch und durch, er liebt seinen Beruf nicht nur, er lebt ihn. Kein anderer Journalist hakt und fragt so hartnäckig nach wie er. Nie kann es aktuell genug sein und so haben Vaterland-Techniker und die Mitarbeiter der Druckerei schon so manches Mal nervös auf die Uhr geblickt, wenn Ernst noch kurz vor Mitternacht den Hörer in die Hand genommen hat, in der Hoffnung, doch noch eine News zu erfahren, um der Konkurrenz eine Nasenlänge voraus zu sein. Dass er nebenbei all seine Notizen, Berichte, Unterlagen und Akkreditierungen sowie Ausweise mit derselben Leidenschaft sammelt, ist nur ein Detail am Rande. Dass er sich in diesem Dschungel allerdings zurechtfindet, darf durchaus auch als Leistung gewertet werden. So gibt es halt die «Messies» auf dem Fussballplatz. Und jene im Büro. Wahre Genies eben.

In den Katakomben geht’s erst richtig los

Ernsts grosse Liebe gilt dem FC Vaduz und der liechtensteinischen Nationalmannschaft – erst weit dahinter folgt dann schliesslich die italienische Nationalmannschaft. Ernst kennt jeden Nationalspieler persönlich und hat viele von ihnen selber trainiert. Jeder der in Liechtenstein auch nur annähernd mit Fussball zu tun hat, kennt Ernst Hasler. Er kennt nicht nur alle Ergebnisse fast aller Spieler auswendig, sondern er ist auch für seine Statistiken bekannt und für sein Notensystem berühmt und berüchtigt. Ernst war und ist beim LFV aktiv, hat einst selber beim USV und beim FCV gespielt. Er war Ju­niorenobmann, Juniorentrainer – und am Ende Wunschtrainer (siehe Umfrage Seite 2). Ernst hat im Namen des «Liechtensteiner Vaterlands» die Wahl zum Fussballer des Jahrs ins Leben gerufen. Hat Ende der 70er-Jahre mit ein paar Fussballverrückten das Hallenfussballturnier der IG Fussballfreunde Unterland (IGFU) in Eschen ins Leben gerufen, das es ohne seinen beharrlichen Willen heute nicht mehr gäbe. Er war bei Radio Ri als Radiokommentator tätig. Er erhielt seine eigene Sport Talkshow bei 1FLTV. Hat für die FIFA nicht nur an Kongressen teilgenommen, sondern auch für die UEFA, FIFA und Sportagenturen live von diversen Spielen berichtet. Und die Liste könnte noch um einiges mehr erweitert werden. Merke: Wer beim Telefonjoker bei «Wer wird Millionär» auf Nummer sicher gehen will, wähle Ernst Hasler.

Sein jahrzehntelanger, intensiver Einsatz hat ihm nicht nur ein einmaliges Netz bis hin zu internationaler Fussball- und Sportprominenz beschert, sondern auch ein enormes Wissen, um das ihn viele beneiden. Fakt ist: Ernst kennt alle Regeln. So kommt es durchaus vor, dass er Schiedsrichtern nach einem Spiel in den Katakomben wertvolle Hinweise liefert, bevor er wieder auf Stimmenfang geht. In der linken Hand das Aufnahmegerät. In der rechten Hand das Mikrofon. Und im Kopf bereits die richtigen Fragen bereit. Erst wenn alle Aufgaben zu seiner Zufriedenheit erledigt sind, verlässt er das Stadion. Es kann also durchaus mal etwas später werden. Es gibt Gerüchte, wonach der rasende Reporter deshalb einmal jäh gestoppt und im Stadion eingeschlossen wurde. Eine Nachfrage bei seinem Neffen Romed Hasler bestätigt: «Man könnte ein Buch füllen mit Geschichten von Ernst Hasler.»

Sein einschneidenstes Erlebnis

Er hat viel erlebt, dieser Ernst Hasler. Viele Höhen. Aber leider auch Tiefen und einschneidende Erlebnisse. Ein Höhepunkt war sicher die Anstellung beim «Liechtensteiner Vaterland», nachdem er seine Ausbildung zum Kaufmann bei der Hilti absolviert hatte. Am 1. April 1985 trat er seine Stelle als redaktioneller Mitarbeiter «Ressort Sport» an – und wurde nebenbei gleich auch im VU-Parteisekretariat für die politische Berichterstattung und allgemeine Sekretariatsarbeiten eingesetzt. Kaum zu glauben, dass er Spielberichte, Tabellen und Interviews noch fleissig auf der Schreibmaschine tippte und sich über den internationalen Sport via Telexdienst informierte. Der digitale Wandel in der Medienbranche brachte auch für Ernst neue Herausforderungen mit sich, denen er sich jedoch stets mit viel Engagement – wenn auch ab und zu mit Kopfschütteln begleitet – stellte.

Das einschneidenste und auch traumatischste Erlebnis war der Verlust seines Sohnes Fabian im Dezember 1995. Der 7-Jährige kam beim Heimweg von der Schule bei einem Autounfall ums Leben. Ernst war zu diesem Zeitpunkt im Einsatz für die Zeitung. Als er von dem schrecklichen Unfall erfuhr, war er gerade in Paris im Hotel angekommen und kehrte sofort nach Hause zurück. Noch am Morgen vor dem Unfall hatte er seinen Sohn gesehen – wenige Stunden später war nichts mehr wie zuvor. Ernst hat den Verlust seines Sohnes nie ganz überwunden. Unvergessen bleibt mir das erste Gespräch im Jahr 1997, in dem er mir davon erzählte und eine Träne über seine Wange kullerte. Als die «Vaterländer» noch an der Fürst-Franz-Josef-Strasse 13 in Vaduz zu Hause waren. Als noch regelmässig bis um 2 Uhr morgens gearbeitet wurde. Und als das «Feierabendbier» im Schwefel in Vaduz noch ein Pflichttermin für die Redaktoren war.

Wenn wieder Öl auf offene Wunden gegossen wird

Themawechsel. Das würde Ernst jetzt sagen. Abwinken, mit der Schulter zucken und sein unnachahmliches Ernst-Lächeln aufsetzen. Er weiss, wenn etwas unabänderlich ist. Und er ist kein Mensch, der sich in negative Gefühle hineinsteigert. Er lebt im Heute. Steht mit beiden o-förmigen Beinen fest im Leben – auch wenn diese nach ein paar Trainingseinheiten schon mal schmerzen. Selbst mit Grippe oder starken Rückenschmerzen schleppt er sich ins Büro, um sicherzustellen, dass die aktuellsten Sportnews am nächsten Tag in der Zeitung zu lesen sind. Einem «Hatschi» folgt bei ihm immer ein «Pfuiteifel» und wenn andere niesen, freuen sie sich immer über sein «Bitte. Danke. Komm meh in Lada». Das sage man in Eschen so, behauptet er.

Überhaupt sind Ernsts Weisheiten und Sprüche legendär. Sprichwörter erfindet er am liebsten neu und giesst damit nicht selten noch Öl auf offene Wunden. Oder legt den Finger ins Feuer.

Er feiert die Feste, wie sie fallen

Wenn Ernst Hasler nicht gerade auf einem der Sportplätze dieser Welt ist, dann ist er entweder im «Johnny» oder an einem Anlass zu finden, wo er seine gesellige Seite ausleben kann. Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Dieses Motto könnte von Ernst stammen. Er liebt es nämlich auch privat, sich mit anderen Menschen auszutauschen, Gerüchten nachzugehen oder das politische Geschehen zu analysieren. Und nach ein, zwei «gschprötzta Biar» ist er dann meist auch schon Mittelpunkt des Geschehens. Mit seinen nicht immer ganz jugendfreien Witzen, seinen Anekdoten, seinem unendlichen Bewegungsdrang – ein Tänzchen in Ehren kann niemand verwehren – und seinem «Gesangstalent» sorgt er überall für gute Laune und unvergessliche Momente.

Ein Abschied, der unendlich schmerzt

Sicher. Ernst Hasler bleibt dem Medienhaus als freischaffender Journalist erhalten. Unsere Leserschaft darf sich weiterhin auf seine scharfen Analysen, kritischen Berichte und sein Fachwissen freuen. Und doch tut er eben weh, dieser Tag. Dieser 18. März 2019, an dem er sich an seinem 64. Geburtstag nach 34 Jahren offiziell von seinen Redaktionskollegen verabschiedet. Sie wollen nicht nur an der Person Ernst Hasler festhalten. Sie wollen nicht, dass diese Ära zu Ende geht. Und auch das Wissen, dass es eine Person gibt, dem der Abschied noch schwerer fällt – nämlich Ernst selbst – macht diesen Tag nicht wirklich erträglicher. Allerdings ist es seiner Lebensgefährtin Cornelia zu gönnen, dass sie ihren «Ernesto» künftig endlich etwas öfter für sich hat. Sie hat dem rasenden Reporter all die Jahre den Rücken freigehalten und wartet nun sicher mit Spannung darauf, ob und wie sich das «ernstsche» Verhalten im Lichte der Pension wandelt. Ob er den «Ruhe»stand wörtlich nehmen wird? Wer Ernst kennt, weiss die Antwort darauf …

Sonderbeilage Ernst Hasler


Source: Vaterland Liechtenstein