Milchhof spart weiter

Die Milchhof AG in Liechtenstein hat auf eine Wachstumsstrategie gesetzt, die erst langsam Früchte trägt. Ein Massnahmenpaket verunsichert Mitarbeiter und mündete auch in der Senkung des Milchpreises.

Wie steht es um den Liechtensteiner Milchhof? Weil das Eigenkapital noch hoch ist, geht es zwar nicht um einen Konkurs, aber auf jeden Fall um eine – zumindest temporäre – harte Zeit für den Betrieb. Die Entlassung des Geschäftsführers und ein Massnahmenpaket Anfang des Jahres haben für Unsicherheit unter einigen Mitarbeitern gesorgt. So spielte einer von ihnen «Wirtschaft regional» erneut ein Dokument zu, das belegt, dass der Verwaltungsrat den Personalbestand einstimmig und deutlich reduzieren wollte.
«Es ist richtig, dass anfangs Jahr ein Beschluss gefällt wurde, bis zu 9 Stellen (Voll- und Teilzeit) in mehreren Schritten abzubauen», bestätigt Heimo Wohlwend, der VR-Präsidenten des Milchhofes. Die Umsetzung erfolgte aber in Schritten, damit der Prozess mit dem aktuellen Geschäftsverlauf kontinuierlich abgestimmt werden kann. «Aufgrund des aktuellen Geschäftsverlaufs und weiterer Analysen wurde der Optimierungsprozess aber bereits im April angepasst», betont er weiter. In Vertrieb wurde Personal aufgebaut, in der Produktion und Logistik abgebaut. «Netto wurden somit innert Jahresfrist 2,8 Stellen abgebaut», sagt Wohlwend.

135 000 Franken eingespart

Der Personalbestand sollte aber nur einer der grossen Hebel sein. «Der Milchpreis ist der einfachste Hebel für den Milchhof, um Kosten zu sparen», heisst es in Verwaltungsratsprotokoll explizit weiter. Die Veränderung des Milchpreises um einen Rappen beeinflusse das Ergebnis um rund 135 000 Franken jährlich. Der Milchpreis wird monatlich vom Verwaltungsrat festgelegt und kann kurzfristig geändert werden. «Deshalb empfiehlt es sich, möglichst früh eine moderate Milchpreissenkung ins Auge zu fassen», heisst es weiter. Vom Markt ist darin keine Rede.

Die Milch mache in einem Milchverarbeitungsbetrieb einen erheblichen Teil der Aufwände aus. «Deshalb wurden auch Massnahmen im Milchpreis diskutiert, welche die Milchproduzenten und somit die Eigentümer der Milchhof AG betreffen», muss auch Heimo Wohlwend eingestehen. Der Milchpreis unterliege aber generell Schwankungen. «Zusätzlich zu diesen Schwankungen wurde per 1. April 2019 der Milchpreis um einen Rappen gesenkt», bestätigt der VR-Präsident. Die Milchproduzenten wurden im Rahmen der Generalversammlung darüber in Kenntnis gesetzt. «Weitere Senkungen sind aktuell nicht geplant, hängen aber, wie in jeder Branche, vom wirtschaftlichen Umfeld ab», sagt Wohlwend.

Letztlich ging es bei den Massnahmen darum, die Liquidität sicherzustellen. Denn wie aus den Bilanzen des Betriebes hervorgeht, lag der Cahs-Bestand Ende 2017 bei nur noch 384 000 Franken. Kein Wunder also, beschloss der Milchhof Sparmassnahmen. Und auch wenn sich der kumulierte Bilanzverlust ohne Abschreibungen nur auf 5,5 Millionen Franken belief, so kommen Investitionen von über 20 Millionen im Laufe der Jahre dazu, die sich vorerst nicht rentieren. Sie machen zwar die Käseproduktion möglich und geben dem Milchhof die Chance, seine Erträge deutlich zu steigern. Doch dafür muss der Verkauf erst noch anlaufen. (dal)


Source: Vaterland Liechtenstein

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