Grosse Ehre für Georg Biedermann

Das Interesse am 25. Literatursalon in Vaduz war gross, so sah sich Armin Öhri von der Interessensgemeinschaft Wort gezwungen dem starken Menschenauflauf mit zusätzlichen Stühlen entgegen zu wirken. Die Chronik über die siebenjährige Erfolgsgeschichte des Literatursalons wurde von ihm kurzlebig und amüsant vorgetragen und erschuf bei den Literaturfans Lust auf mehr. Es sei sensationell, dass Literatur im Fürstentum wieder einen Wert habe und sich immer mehr Schreibende für die Kunst und den gegenseitigen Austausch zusammen schliessen. Mit Stolz geschwellter Brust erklärte er dann der Zuhörerschaft, dass sie auf ihrer Webseite inzwischen über 40 Autorinnen und Autoren mit Liechtensteinbezug aufgelistet haben, was verglichen mit der Zeit vor den Leseevents ein regelrechter Grosserfolg sei.

Geschichten, vielfältig wie das Leben
Neben der Auszeichnung hatte Öhri auch noch vorlesende Literaten eingeladen. Bei den unterschiedlichen Kurzgeschichten, welche die Beteiligten vortrugen, wurde rasch klar, dass eine pauschale Schubladisierung der schreibenden Zunft aus der Region schwierig ist. Die Schaanerin Mirjam Peyer-Studer, in Fantasykreisen wohl eher bekannt als Amelia Blackwood, stellte Passagen aus ihrem neuen Werk «Heart of a Warrior» vor. Bei dieser Geschichte ging es um eine Liebesgeschichte inmitten einer düsteren Zukunftsvision, bei der die Regierung Supersoldaten züchtet. Einiges fröhlicher und humorvoller ging es in der Geschichte von Neuautor und Lehrer Philipp Lonsky zu und her. Sein Portät des verhängten Larrys und dessen Versuche möglichst lässig bei der neuen Nachbarin zu landen, strotzten nur so von Wortwitzen und kurrligen Situationen, die für viel Gelächter sorgten. Melancholische und zugleich poetische Töne schlug der Dritte im Bunde, Karl Rühmann an.

Bei der kurzen Erklärung und Einordnung seines Werkes erzählte der erfahrene Autor, dass ein Fragesteller im ehemaligen Jugoslavien immer eine ausführliche sinnstiftenden Geschichte statt eine kurze und knappe Antwort erhalten habe. Die bilderhafte Sprache und sein charismatischer Auftritt liessen die Zuhörer eintauchen in eine längst vergangene Zeit, die trotz ungerechten Situationen immer einen Blick auf die schönen Momente im Leben bereit hielt.

Ehre, wem Ehre gebührt
Nach den interessanten Vorlesungen, bei denen es für jeden und jede im bunt durchmischten Publikum etwas dabei hatte, setzte Öhri zu einer grossen Lobeshymne an. Kindern die Möglichkeit zu bieten ihren Gedanken freien Lauf zu lassen und dies in gedruckter Form für die Nachwelt auf zu arbeiten, sei eine ehrenvolle Arbeit, die keineswegs selbstverständlich sei und doch von Georg Biedermann mit sehr viel Effort und Liebe zum Detail betrieben werde. Er, der kurz zuvor den neusten Wurf der «Kinder erzählen Geschichten»- Reihe im TAK vorgestellt hatte, schaffte es gerade noch rechtzeitig zur Verleihung des Preises, den er gerührt entgegen nahm. So wurde von einer Jury ein Mann ausgezeichnet, der selbstverständlich die Freude am Schreiben bei den Kleinen weckt und organisch für frische Schreiberlinge sorgt, was das Publikum euphorisch zelebrierte. (ci)


Source: Vaterland Liechtenstein

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